Ich habe mehrere Sachen beschlossen, nachdem es so schief gelaufen ist.
1. Ich fange wieder von vorne an zu zaehlen. Die 200 Tage werde ich diesmal nicht erreicht haben, also werde ich es bei meinem zweiten Versuch schaffen (muessen). Heute ist also mein erster Tag ohne zu erbrechen.
2. Ich zaehle ab jetzt auch die Tage, an denen ich mich nicht ueberfresse.
3. Neues Punktesystem: kein Erbrechen = 0,5 Punkt und kein Erbrechen, kein Ueberfressen = 2 Punkte.
10 Punkte bringen mir eine Belohnung. Bitte nicht lachen...
4. Sobald ich das wieder etwas im Griff habe, belohne ich mich fuer Tage, an denen ich kein bisschen auf Kalorien geachtet habe. Ich versuche zwar seit gestern mal wieder, keine Kalorien zu zaehlen. Es laueft solala, aber dafuer gibt es vielleicht auch eine Erklaerung...
5. Ich werde Fasten, im katholischen Sinn. Auf Zucker, Alkohol. Aber dazu auch (was ich sonst niemandem gesagt habe) auf Kalorien-Zaehlen und Koch-Blogs anschauen. Ich glaube, dass es eine gute Kombination fuer den Anfang ist: meine Obsession mit dem Essen loslassen und gleichzeitig Puffer einbringen mit einer gesunden Ernaehrung.
Sieht nach vielen Entschluessen aus, oder? Lasst mich das erklaeren...
Vorgestern habe ich ja "gefressen" und erbrochen. Was ich eigentlich nie wieder in meinem Leben machen wollte. Ich denke, ich muss diesen Rueckfall einfach akzeptieren und so schnell wie moeglich aus der Sucht-Situation wieder rauskommen. Denn ich habe Angst, wieder von vorne anfangen zu muessen und nicht mehr genug Kraft zu haben. Heute habe ich schon gemerkt, wie schwer es sein wird: nachdem ich mich vier Tage lang vollgestopft und einmal erbrochen habe, konnte ich heute nicht mehr in Ruhe spazieren gehen. Diese Entspannungsrunde, die ich mir so schwer aufgebaut hatte, habe ich heute ausgenutzt, um bei 3 verschiedenen Baeckern Croissants zu kaufen und sie beim laufen zu verschlingen. Bilanz: nach einem super reichhaltigen Mittagessen habe ich noch 2 Croissants und 1 Berliner gefuttert. Mal wieder nicht sehr stolz auf mich...
Aber gleichzeitig habe ich die weiteren 2 Croissants (ja, die hatte ich noch gekauft) nicht gegessen und werde nicht erbrechen. Und an der ersten Baeckerei bin ich vorbeigelaufen, weil ich noch stark war. Also heisst es, dass ich noch nicht so tief gesunken bin!
Das wichtigste ist aber, dass ich aus meinen Rueckfaellen mehr lernen kann, als aus den letzten Monaten. Ich habe zur Zeit eine Art Burn-Out, die sich durch akuten Schlafmangel und absoluter Scheu vor jeglicher Form der Muehe. Auf gut deutsch: ich kann nicht mehr. Es ist aber auch nicht so, dass ich sehr gut mit diesen Sachen umgehe und das ist glaube ich mein Problem. Anstatt mir Entspannung zu holen und die Sachen positiv zu betrachten, bilde ich mir weitere Sorgen ein.
Dieser Stress laesst sich auch durch diese Essens-Obsession bemerken. Das kenne ich bei mir seit langer Zeit, schon vor der Bulimie. Ich habe immer Hunger, vor allem auf "Trostessen". Ich verbringe Stunden damit, mir Rezepte anzuschauen, die ich nie kochen werde. Ich zaehle und zaehle und ueberpruefe Kalorien. Ich esse, ohne Hunger zu haben. Ich kann in meinem Kopf diese Thematik einfach nicht loslassen, was wirklich eine Form der Verbloedung ist. Wenn ich frustriert bin, esse ich alles, was ich finden kann, anstatt mich auszusprechen oder zu entspannen.
Ein Weg, der sich fuer mich gerade anbietet, ist, das alles einfach sein zu lassen. Es wird schwer sein, aber ich weiss, dass ich mir Gedanken ueber andere Themen machen kann. Es heisst aber auch, meinen Freund so sein zu lassen, wie er ist. Schauen, ob ich damit klar komme, aber nicht draengeln. Und mir wieder richtig Zeit fuer mich zu nehmen, die nichts mit Nahrung zu tun hat. Daher auch meine fuenf Punkte.
Wish me luck!!!
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