Donnerstag, 5. Januar 2012

260. tag

Gestern waren es genau sechs Monate ohne Erbrechen. Und heute waere es fast schief gelaufen. Wie ich es schon erwaehnt habe, war es fuer mich waehrend der letzten Tage sehr schwer, einen Essanfall zu vermeiden. Ich habe es bis heute geschafft, doch dann hatte ich wieder Streit mit meinem Freund, das Wetter war schlecht und ich war muede. Naja, so ganz eindeutig ist das auch nicht...
Eigentlich sollte ich zu einem Treffen eines Hilfswerks gehen, bei dem ich mitmachen. Ich sollte sogar fuer einen Freund einspringen, der gerade eine schwere Grippe hat. Doch nach dem Streit wollte ich nur noch in meinem Bett sein und mich vollessen. Beziehungsweise, es hatte schon davor angefangen und mein Freund hat mich durch seine Ankunft in die Wohnung erstmal daran gehindert.
Jetzt schaeme ich mich, weil ich mich vielleicht nur deshalb mit ihm gestritten habe, weil es mir sowieso schlecht ging und ich einen Vorwand fuer einen Essanfall brauchte. Koennte ja auch sein...
Ich bin zuerst aus dem Haus gegangen, weil ich nur nicht anfangen wollte, diese Kekse zu essen, die ich in meinem Zimmer vor meinem Freund versteckt hatte. Dann hat dieses schreckliche Schwanken, das ich vor frueher so gut kenne, wieder angefangen. Kurz vor dem Treffen habe ich mich dann auch krank gemeldet. Bin zurueck nach Hause gefahren, habe auf dem Weg bei dem Baecker gehalten und mir fuenf Broetchen und einen Kirschstreusel gekauft. Und habe mir ueberlegt, was ich sonst noch in der Kueche finden koennte und welchen Film ich schauen wuerde.
Es ist so weit gekommen, dass ich die fuenf Broetchen mit Butter und Nutella (das kennt ihr schon irgendwo her, oder???) und 30 Minuten von "Tatsaechlich Liebe" geschaut habe. Nicht gerade der richtige Film, wenn das Herz sowieso schon wehtut, oder?
Und irgendwas hat mich dann davon abgehalten, den Rest zu essen. Ich bin wieder zu meinem Freund gegangen, habe ihm meine ewigen Vorwuerfe gemacht, wir haben uns schrecklich gestritten und haben wieder geweint. Ich wollte auch nicht erbrechen.
Soviel erzaehlt, kurz gefasst: ich hatte heute seit Mitte September zum ersten Mal wieder einen Essanfall. Und ich kann euch sagen, dass ich nicht sehr gluecklich darueber bin, auch nicht sehr stolz.
Bin ich denn schon bereit, mit meiner Therapie aufzuhoeren?


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