Mittwoch, 12. Oktober 2011

179. tag

Wenn ich es heute noch schaffe (und ich weiss, ich kann es), werde ich 100 Tage ausgehalten haben, ohne zu erbrechen. Mehr, als ich jemals gedacht haette.
Ich erinnere mich an den 4. Juli, als ich beschlossen habe, alles zu tun, um die naechsten Tage nicht zu erbrechen, egal, was passiert. Damals habe ich mit dem Gedanken gespielt, es 20 Tage auszuhalten, was mir schon riesig vorkam. Und es hat auf einmal so gut funtkiniert.
Ich frage mich oft, wieso ich es ausgerechnet in einer der stressigsten Phasen meines Lebens (lernen, lernen und immer lernen, mit Angst kombiniert) so gut geschafft habe. Zugegeben, ich wusste, dass ich es sonst nie schaffen wuerde und hatte auch viel mit anderen zu tun, bin ja auch weggefahren. Aber so war es schon oft in den letzten Jahren, ich haette es schon frueher schaffen koennen.
Vielleicht musste alles einfach ausreifen, ich den Mut finden, das durchzumachen. Und den noetigen Anfangskick, den mir mein Geburtstag gebracht hat. Aber reicht das als Erklaerung aus? Fuer mich nicht.
Zur Zeit mache ich nur weiter, weil ich nicht alles ruinieren will, was ich erreicht habe. Wenn man schon so weit gewandert ist, will man auch nicht in die entgegengesetzte Richtung sprinten, um dann wieder denselben Weg wieder zu laufen. Ich weiss, wie leicht es heute Nachmittag fuer mich waere, mir einen Film auszusuchen, meine Broetchen in den Ofen zu schieben und die Schokolade auszupacken. Alles ist in der Wohnung vorhanden.
Doch ich weiss auch, wie schrecklich mir das Erbrechen vorkommen wird: ich bin - um es grob zu sagen- nicht mehr gut trainiert. Und genauso wenig habe ich Lust auf einen aufgeblaeten Bauch, genauso wenig heute Abend mit den anderen nichts essen zu koennen. Die Nachteile der Bulimie sind mir zuviel geworden, ich will mir das alles nicht mehr zutrauen.
Ich hoffe, dass mich eines Tages mehr tragen wird, als die Angst vor den Konsequenzen eines Essanfalls. Nicht aus Furcht handeln, sondern aus Vernunft. Ich sehne mich danach, so ausgeglichen zu sein, dass ich nicht mehr das Beduerfnis danach empfinde. Es liegt noch ein weiter Weg vor mir!

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