Montag, 27. Februar 2012

312. tag

Am Samstag wieder zwei mal gefressen und erbrochen. Am Sonntag zwei mal gefressen, aber nicht erbrochen.
Mir faellt es unheimlich schwer, mein Leben wieder so zu gestalten, wie es vor meinem Rueckfall war. Ich schaffe es nicht mehr zum Sport, weil ich lieber zuhause meiner Bulimie freien Lauf gebe. Und meine Freunde vernachlaessige ich auch ein bisschen.
Ich weiss zur Zeit nicht mehr, was ich vom Leben erwarte. Alles laueft mehr oder weniger gut: Uni bringt ziemlich gute Noten, Freund ist immernoch mit mir zusammen, sonst bin ich auch gesund. Nur kommen immer wieder Zweifel, ob es das richtige Studium ist, der richtige Freund?
Mein Selbstvertrauen versteckt sich irgendwo im Keller. Ich habe Angst, meine Meinung offen zu sagen, weil ich nicht zusaetzlich Konflikte meistern will. Ich streite weniger mit meinem Freund. Warum? Anstatt ihn direkt zu konfrontieren, oder die Sachen einfach locker zu sein, loesche ich meine Wut durch Essen aus. Er sieht mal wieder aus wie ein Penner mit seinen Gammelklamotten, obwohl ich eine Stunde im Bad verbracht habe, um mich schoen zu machen? Keine Meinung, kein Stress, ich renne aus dem Haus zum naechsten Supermarkt und fresse. Und kotze.
Manchmal denke ich, dass ich besseres verdient habe. Und dann faellt mir ein, dass ich zwei Tage davor zusammengebrochen bin, aus guten Gruende, natuerlich. Und, dass er sich eine Stunde lang um mich gekuemmert hat. Ein echter Teufelskreis.
Das schlimmste an Bulimie ist fuer mich diese Art Betauebung. Ich denke nicht mehr wirklich klar, sondern das Fressen-Kotzen steht bei mir im Mittelpunkt und meine Gedanken kreisen darum.

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